Wie es dazu kam
Früher hatten wir fünf Kalender: zwei in den Handys, einen am Kühlschrank, einen im Kopf und einen, in den keiner mehr geschaut hat. Heute hängt im Wohnzimmer ein Tablet an der Wand. Wer morgens durch die Tür geht, sieht im Vorbeigehen, was der Tag bringt – ohne zu tippen, ohne zu suchen.
Wir sind eine Patchworkfamilie. Kinder, die nicht jeden Tag bei uns sind, gehören selbstverständlich dazu – und die App weiß das, weil es im Kalender steht. Sind sie da, stehen sie auch auf der Wand: mit ihren Terminen, ihrer Farbe, ihrem Platz.
Sie soll sich anfühlen wie ein Blatt Papier, nicht wie ein Dashboard. Leinenton, ruhige Schrift, viel Luft und nur eine kräftige Farbe für das, was gerade wichtig ist. Abends wird sie dunkel, nachts geht sie schlafen.
Und sie zählt nicht, wer besser ist. Niemand sammelt Punkte gegen die anderen; wir lassen gemeinsam etwas wachsen – ein Blatt für jede erledigte Aufgabe, eine Blüte, wenn wir zusammen unser Ziel erreicht haben.